Meine Gedanken zur Zucht
Hier möchte ich gerne erläutern, warum wieso und weshalb ich mich dazu entschlossen habe, Basenjis züchten zu wollen.
Ich möchte gleich zu Beginn darauf aufmerksam machen, dass es sich hierbei um meine ganz persönliche Meinung zum Thema handelt, die sicherlich nicht unbedingt den Meinungen anderer Leute entspricht.
Weiterhin möchte ich gerne erklären, welche Ansprüche ich an mich, als Züchter, stelle und an die Menschen, die sich für einen Seelenfreund Basenji interessieren.
Ausserdem erfahren Interessierte, welche Überlegungen vor einem Wurf ins Spiel kommen, bzw. wie genau die Planung für einen Wurf vor sich geht, welche Informationen eingeholt und welche Bestimmungen eingehalten werden müssen.
Für mich ist die Basenji Zucht, eine reine Liebhaberei, geboren aus der Faszination für diese Rasse. Alle meine Hunde leben im Haus, als ganz normale Familienmitglieder. Es gibt bei uns keine Zwingeranlagen. Die Hunde werden nicht weggesperrt und begleiten uns in der Regel fast überall hin, sie sind einfach ein Teil der Familie.
Über den Basenji
Ein Basenji ist sicherlich kein Hund für Jedermann, aber auch kein "elitärer Fiffi". Man muss es einfach mögen, einen Hund zu haben, dem es egal ist, ob man mit dem Leckerchen lockt, oder böse wird, wenn er nicht kommt. Ein Basenji befolgt keine Befehle, er erhört Vorschläge!
Deshalb erinnern mich Basenjis ein bisschen an eine Mischung aus Pippi Langstrumpf und Till Eulenspiegel! Er macht was er will, wann er es will und Alles mit einer gehörigen Portion Humor. Was jedoch nicht heissen soll, dass man einen Basenji nicht erziehen kann. Man muss nur so vorgehen, dass er meint, es wäre seine Idee das Gewünschte zu tun. Ich konnte mit Clicker-Training hervorragende Erfahrungen machen.
Nicht ausser Acht lassen darf man jedoch, dass Basenjis seit tausenden von Jahren für die Jagd verwendet werden. Diese Verwendung steckt seit tausenden von Generationen in seinen Genen. Basenjis sind Jagdhunde, die über Generationen hinweg gelernt haben, aus eigenem Antrieb Beute zu machen. Daher ist für den Umgang mit diesen Hunden ein erhöhtes Maß an Aufmerksamkeit und Umsicht unerlässlich. Viele Basenjis sterben einen sehr unschönen Unfalltod, da sie, wenn sie einmal hinter einer potentiellen Beute her sind, alles Andere um sich herum völlig vergessen.
Die Auswahl der Beute erfolgt jedoch nicht nach einem erklärbaren Schema. Jester jagt z.B. besonders gerne Hubschrauber. Gromit bevorzugt alte VW-Busse, Mofas oder Krähen. Bei Banshee hat sich zum Glück bisher noch keine Vorliebe herausgebildet und Vega steht sowieso auf einem anderen Blatt, da sie sich schon eine Zeit lang selbst ernähren musste. All diesen Beispielen voran steht jedoch die lebende Beute: das Wild, Eichhörnchen, Nachbar's Kaninchen oder Nachbar's Katzen.
Basenjis sollen und müssen ohne Leine laufen dürfen. Jedoch nicht wahllos. Achten Sie darauf, dass das Gelände übersichtlich genug ist und dass sie keine Straßen in unmittelbarer Nähe haben. Wir haben hier den unschätzbaren Vorteil, dass es einen eingezäunten Hundewald von mehreren Hektar gibt, der so sicher eingezäunt ist, dass kein Wild rein und kein Hund raus kommt. Rein aus Vorsicht gehe ich den Zaun ab, bevor ich meine wilden Gesellen so richtig die Kurve kratzen lasse.
Über die Zucht
Wenn man sich Gedanken über die Zucht macht, macht man sich automatisch auch Gedanken darüber, was man verändern möchte. Der Standard ist das Maß der Dinge bei der Zucht. Nicht zu vergessen sind jedoch bitte auch die gesundheitlichen Aspekte.
Nicht jeder Rüde passt zu jeder Hündin und es gibt Verpaarungen, die meiner Meinung nach völliger Blödsinn sind - frei nach dem Motto: "Hauptsache, die Hunde haben möglichst viele Titel, dann wird der Rest schon klar gehen".
Denkt man über Zucht nach, sollte man sich überlegen, was genau man eigentlich vor hat. In stundenlangen Gesprächen mit verschiedenen Züchtern, besonders jedoch mit der Züchterin von meinen Hunden, habe ich verschiedene Standpunkte zum Thema Basenji-Zucht durchdacht und kennen gelernt. Es ist bestimmt kein einfaches Unterfangen, die optimale Verpaarung für seine Hunde zu finden. Man muß sehr viel in den Datenbanken stöbern, Pedigrees vorwärts, rückwärts und seitwärts lesen, ganz viele Informationen einholen und nicht zuletzt wissen, was man möchte.
Ich möchte gerne schwarz-weiße Basenjis züchten. Das heißt für mich, keine rot-weissen Rüden zu Banshee, keine Brindle und keine Tri-Color Rüden. Zumindest auf den ersten Blick. Das schränkt den Pool der zur Verfügung stehenden Rüden schon gewaltig ein. Dann hätte ich gerne auch noch einen Rüden, der alle Gesundheitsuntersuchungen vorweisen kann, was das Unterfangen noch wesentlich mehr einschränkt, da viele der Untersuchungen nicht in jedem Land obligatorisch für den Zuchteinsatz sind. Es gibt bestimmte Linien, die ich gerne berücksichtigen möchte: Horsleys (es gibt kaum noch welche davon), Jangua (auch nicht sehr üppig vertreten), Pukkanut (kommen aus Australien und sind ebenfalls in Europa recht rar), evtl. aber auch die Linien, die auf Aragorn, bzw. Paloma (Banshee's Urgroßmutter) zurück gehen und die Auswahl an schwarz-weissen Rüden nicht übermässig groß ist.
Es gibt so viele Punkte abzuwägen, z.B. möchte ich eine künstliche Befruchtung in Betracht ziehen, muß das sein, hat das eventuell sogar Vorteile? Fahre ich von Dänemark zum Decken z.B. nach Italien oder fliegt Banshee in die USA? Ich persönlich tendiere überhaupt nicht dazu, meine Hündin in einen Flieger zu setzen und zum decken zu "schicken". Es passt irgendwie nicht zu meiner Vorstellung vom Zusammenleben mit meinen Hunden, einen Hund, wie ein Päckchen zu verschicken und dann quasi "bearbeitet" wieder zurück zu bekommen. Falls wirklich solche weiten Distanzen zurück gelegt werden müssen, dann werde ich da sicherlich dabei sein, um meiner Banshee die notwendige Sicherheit zu vermitteln.
Wenn ich denn dann fündig geworden bin, habe ich natürlich noch tausend Fragen, die ich gerne vom Deckrüdenbesitzer beantwortet hätte. Z.B. die Gesundheitsuntersuchungen, die den Deutschen Züchtern auferlegt sind, sind kein weltweiter Standard. Ich möchte jedoch gerne, sofern möglich, nach dem Deutschen Zuchtstandard züchten, d.h. nicht nur Banshee benötigt bestimmte Untersuchungen, der potentielle Rüde auch. Die Notwendigkeit dieser Untersuchungen steht für mich außer Frage. Im Gegenteil, ich finde es sogar begrüßenswert, daß hier reglementiert wird, worum sich sonst wohl kein Mensch kümmern würde.
Was ich mir wünsche
sind Welpeninteressenten, die wissen, worauf sie sich einlassen. Basenjis können durchaus sehr alt werden, in der Regel jedoch etwa 12 bis 14 Jahre. Sie bleiben bis ins hohe Alter sehr fit und agil.
Ich wünsche meinen zukünftigen Welpen Menschen, die bereit sind, sich auf einen ungewöhnlichen Hund einzulassen, der durchaus einen ganzen Haushalt auf den Kopf stellen kann. Einen Hund, der viel Energie hat, der auf dumme Gedanken kommt, wenn ihm langweilig ist. Menschen mit Zeit und Phantasie sind gefragt, denen es nicht langweilig wird 5.000 Mal das gleiche Kommando zu widerholen, bevor Hund kapiert hat, was gewünscht ist. Menschen, die sich nicht davor scheuen, in der Hundeschule kund zu tun, dass der Basenjiwelpe eben kein Labrador oder Border Collie ist und dass der Basenji bestimmte Dinge eben nicht so tut, wie es auf dem Hundeplatz üblich ist. Menschen, die ihrem Basenjiwelpen klar machen können, dass er wohl ein wichtiger Teil der Familie ist, aber nicht der Nabel der Welt.
Meiner Meinung nach, muß ein Welpeninteressent nicht bereits schon Hunde gehabt haben, bevor er sich an einen Basenji "heran wagt". Vielleicht ist diese "Unwissenheit" manchmal geradezu ein Vorteil, weil Mensch dann nicht vergleichen kann. Es kann jedoch nicht schaden, sich im Vorfeld bereits mit einigen Büchern zum Thema Hund oder Wolf auseinander gesetzt zu haben, um zu verstehen, wie Hunde lernen, bzw. wie sie nicht lernen.
Es muß klar sein, dass ein Basenjiwelpe ein besonderes Maß an Zuwendung und Zeit benötigt. Er bedarf eines engen Familienanschlusses und der ständigen Fürsorge. Ein Basenji ist kein Hund für Hof- oder Zwingerhaltung! Basenjis sind auch keine Hunde, die ohne Probleme den ganzen Tag alleine bleiben und sich dann abends mit einer halben Stunde Spaziergang zufrieden geben.
Ich möchte gerne einen guten Kontakt zu den Welpenbesitzern haben, um über Entwicklungsschritte und evtl. auftretende Probleme auf dem Laufenden zu bleiben. Mindestens einmal im Jahr sollte ein Austausch stattfinden.
Sofern ich sie nicht bereits kenne, möchte ich gerne die zukünftigen Welpeninteressenten persönlich kennen lernen. Sie können sich hier bei uns mit den Hunden auseinander setzen und bei einem gemeinsamen Spaziergang feststellen, ob Sie sich wirklich diesen Hunden gewachsen fühlen.
Was ich zu geben habe
sind Seelenfreund Basenjis, die einer sorgfältig ausgewählten Verpaarung entstammen. Alle meine Welpen werden gleichwertig sein. Es gibt keine "besseren" oder "schlechteren" Seelenfreund Basenjis.
Ein Seelenfreund Basenji bekommt ein kleines Startpaket mit auf den Weg. Der Inhalt wird wie folgt aussehen:
Ahnentafel des Dänischen Kennelklubs sowie eine Besitzurkunde,
EU-Heimtierausweis,
Kopien der Ahnentafeln der Eltern,
Kopien der Untersuchungsergebnisse der Eltern,
Kopien der genetischen Fingerprints der Eltern (falls vorhanden),
der Welpe wird die erste Impfung haben und gechipt sein.
Des Weiteren werden die Welpen bei der Abgabe entwurmt sein.
Halsband und Leine gehören zur Grundausstattung,
Futter für die ersten Tage, sowie einige Kausachen und Spielzeug.
Eine Decke mit dem gewohnten Geruch des bisherigen Rudels, damit die Eingewöhnung nicht so schwer fällt.
Eine Liste mit Buchempfehlungen,
einen Fütterungsplan,
eine Liste mit zukünftig anstehenden Untersuchungen und Impfungen,
ein kleines Tagebuch über die Entwicklung der Welpen in den ersten Lebenswochen.
Nicht zu letzt: ein Hundeleben lang meine Unterstützung bei Fragen und Problemen.