Die Besitzerin von Gromit's Mutter, Ulla, ist die Tochter des Besitzers vom Waldhof, auf dem unsere verstorbene Kaltblutstute Anja gestanden hat.
Ulla lebt aufgrund ihrer Rheuma-Erkrankung eigentlich in Spanien, weil sie das dortige Wetter besser verträgt. Sie ist, wie schon erwähnt, die Besitzerin von Gromits Mutter, einer in den Niederlanden gezogenen, rot-weissen Basenji-Hündin, die ich unter dem Namen "Lola" von Fotos her kenne.
Eines Tages, war Ulla bei ihren Eltern zu Besuch und hatte zwei entzückende kleine Welpen dabei: Gromit und seine Schwester Linda. Gromit hiess zu diesem Zeitpunkt noch "Dickmann" und war wirklich ein kleiner, dicker Buddha. Ulla suchte Familien für die beiden Wichtel. So kam ich das erste Mal in Berührung mit Gromit und Linda. Eigentlich wollte ich gerne eine Hündin haben, aber Linda sollte auf dem Waldhof bleiben, weil der dortige Hofhund, Cäsar, nicht gut mit klein-Gromit klar kam.
Nach zweitägiger Überlegung, entschlossen wir uns also, Gromit zu uns zu nehmen.
Gromit war ein lustiger, kleiner Kerl und wie sich heraus stellte, für uns genau der richtige Hund. Zwar ein bisschen Grössenwahnsinnig, aber seeehr charmant und zu Menschen ganz lieb. Gromit besuchte mit wachsender Begeisterung die Hundeschule und fand besonderen Gefallen an den Hindernissen im Agility-Parcours.
Leider hatte Gromit im Alter von etwa 13 Wochen einen Unfall: er stürzte im Spiel mit seiner Schwester Linda, vom Misthaufen auf eine Betonplatte. Als er wieder aufstand, hat er sich kurz geschüttelt, zwei Schritte gehumpelt und die wilde Jagd ging weiter. Wir haben uns nichts Böses dabei gedacht.
Einige Wochen später, Gromit war etwa 6 Monate alt, die Tierärztin war gerade bei unserem Pferd, fiel der Tierärztin auf, dass Gromit den rechten Ellenbogen recht weit vom Körper weg nach aussen dreht. Das war mir bisher noch gar nicht aufgefallen. Ich machte umgehend einen Tierarzt Termin aus, weil die Pferdeärztin meinte, es könne sich um ein Problem mit den Wachstumsfugen handeln und daraus könne eine richtige Fehlstellung entstehen, die ein recht großes Arthroserisiko nach sich ziehen würde.
Gromit kam also zu unserer "Klein-Tierärztin" und wurde geröntgt. Dies fand ohne Narkose statt und Gromit ist zum ersten Mal in seinem kleinen Hundeleben richtig ausgeflippt. Er biss nach der Tierärztin, weil ihm das Drehen des Beins in die richtige Röntgenstellung wohl so weh getan hat, dass er sich anders nicht zu Helfen wusste. Die Diagnose verhiess dann erstmal nichts Gutes: der Oberarmknochen war an einer Speiche gebrochen und schief zusammen gewachsen.
Wir wurden an einen Spezialisten verwiesen um dort die weitere Vorgehensweise zu besprechen. Dort wurde Gromit dann in Narkose nochmals geröngt und der Spezialist meinte, man solle den Bruch erstmal so lassen, wie er ist und später, wenn der Hund voll ausgewachsen sei, könne man die Stelle nochmals brechen und dann neu Einrichten. Allerdings wäre das eine recht komplizierte Sache und, wenn der Hund keinen Leistungssport betreiben sollte, sollen wir uns das sehr gut überlegen.



Gromit ist ein ausgesprochen netter Hund (zu Menschen). Er freut sich über jeden Besuch, gibt Küsschen und lässt sich von jedem gerne anfassen. Der absolute Knaller an Gromit ist seine Mimik. Er hat so ein ausdrucksvolles Gesicht, dass man jeden Moment damit rechnen könnte, dass er gleich anfängt zu sprechen.
Noch in Wiesbaden, bin ich regelmäßig mit Gromit ehrenamtlich in einem Alten- und Pflegeheim tätig gewesen. Wir haben die Menschen dort besucht und mit Gedichten und Streicheleinheiten ihren Alltag ein wenig aufgelockert.
Gromit hat ein Jahr lang mit mir zusammen auf der Jugendfarm in Ulm "gearbeitet" und mich und die Kinder bei den anfallenden Aufgaben unterstützt. Die Kinder mochten ihn besonders gerne, weil er so klein ist, aber trotzdem schnell und wendig. Er ist für jeden Spaß zu haben und passt sein Verhalten wirklich an denjenigen an, der ihn gerade an der Leine hat. Genauer: bei Kindern zieht er nie an der Leine und gebärdet sich auch nicht wie eine wilde Bestie, wenn ihm fremde Hunde begegnen.
Gromit hat verschiedene Stufen der Hundeausbildung durchlaufen. Angefangen mit einem Welpenspielkurs, dann einen Junghunde-Erziehungskurs und schliesslich noch einen Hundekurs oben drauf. Er war mit mir und Jester bei einem Klicker-Seminar und ist eigentlich wirklich mein "Vorzeigehund". Er hört gut, läuft ohne Leine bei Fuß und ist wirklich ein immer sehr angenehmer Begleiter. Ich kann mich wirklich auf ihn verlassen und muß zugeben, dass er, als der Unauffälligste meiner Hunde, manchmal ein bisschen untergeht. Man muss sich halt nicht ständig um ihn kümmern und gerade das macht seine Anwesenheit so überaus angenehm.